Fünf neue Fähigkeiten von erfolgreichen Führungskräften im digitalen Zeitalter

Führungskräfte in traditionellen Unternehmen bewegen sich mehrheitlich innerhalb den bestehenden Organisationsgrenzen und Regeln. Sie denken und handeln in einst bewährten, unternehmenskompatiblen und -bekannten Mustern und Egosystemen. Im digitalen Zeitalter sind jedoch andere Fähigkeiten gefragt.


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Unternehmen benötigen digitale Fähigkeiten, um in der digitalen Welt konkurrenzfähig zu bleiben. Studien belegen, dass bis zum Jahr 2020 in der Schweiz über 20'000 und in der EU bis 750'000 ICT-Fachkräfte fehlen. In den meisten EU-Mitgliedstaaten seien beispielsweise heute bereits weniger als 1% der Belegschaft Data Scientisten und Europa laufe Gefahr, den wirtschaftlichen Anschluss zu Amerika und China zu verlieren. Dies werde laut Angela Merkel noch durch das in Kraft getretene Datenschutzgesetz der EU verschärft. Nebst neuen Anforderungen an Fachkräfte, benötigen auch Führungskräfte neue Fähigkeiten im digitalen Zeitalter, in welchem beispielsweise Autorität als Grundlage der Führung durch Vertrauen, Abteilungsgrenzen durch Ökosysteme oder altbewährtes Denken durch dynamisches Lernen ersetzt werden.


1. Traditionelle Grenzen sprengen


Führungskräfte in traditionellen Unternehmen bewegen sich mehrheitlich innerhalb den bestehenden Organisationsgrenzen und Regeln. Sie denken und handeln in einst bewährten, unternehmenskompatiblen und -bekannten Mustern.

Im digitalen Zeitalter müssen diese traditionellen Grenzen überwunden werden können. Denn der Kunde befindet sich ausserhalb und hat schnell ändernde Bedürfnisse und Präferenzen, die die Unternehmung nur schwer mit ihren eigenen internen Fähigkeiten erkennen und erfüllen kann. Digital befähigte Führungskräfte haben ihren Fokus von innen nach aussen verschoben. Sie brechen traditionelle, interne Regeln zugunsten von externen Gesetzen, welche der Markt und der Kunde vorgeben. Sie bewegen sich auf sozialen Plattformen, in Ökosystemen und setzen täglich neue digitale Methoden und Werkzeuge ein, wie beispielsweise Data Science, maschinelles Lernen oder Scrum. Sie konzentrieren sich auf Kundenmehrwert und messen den Erfolg nebst mit den traditionellen finanziellen KPIs durch Kundenzufriedenheit, Loyalität, Anzahl Klicks, Likes, Shares, usw.


2. Vertrauen und Beziehungen schaffen


Im digitalen Zeitalter ersetzt das Vertrauen die formale Autorität als Grundlage der Führung. Führungskräfte sind darauf angewiesen, Vertrauen und tragfähige Beziehungen schaffen zu können. Dazu wird Nähe, Transparenz und Ehrlichkeit benötigt. Dabei spielt es eine Rolle, was sie kommunizieren, wie sie kommunizieren und wie sie handeln. Stimmt dies überein, dann entsteht eine vertrauensvolle Basis, Kunden, Mitarbeitende, Stakeholders und Partnerunternehmungen zu überzeugen, mit ihnen zusammenzuarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.


3. Virtuelle Teams führen


Virtuelle Teams sind für den Geschäftserfolg besonders wichtig, weil sich Märkte und Kundenbedürfnisse schnell verändern. Digitale Tools ermöglichen, dass rasch organisations-, standort- oder länderübergreifend die besten Leute in virtuellen Teams zusammengestellt und komplexe Aufgabenstellungen gemeinsam gelöst werden können. Der fehlende persönliche Kontakt sowie auch die Heterogenität der Teammitglieder erschweren jedoch den Vertrauensaufbau. Führungskräfte im digitalen Zeitalter wissen deshalb genau, dass virtuelle Teams gut geplante, fokussierte und bewusste Prozesse benötigen, um rasch das Vertrauen aufbauen und somit die volle Leistungsfähigkeit erreichen zu können.


4. Gemeinsames erschaffen


Die Wertschöpfungskette im digitalen Zeitalter besteht aus einer Vielzahl von operativen und strategischen Beziehungen. Deshalb können, unabhängig von Organisationform oder Hierarchiestufe, Führungskräfte nicht mehr länger allein oder nur innerhalb ihrer Abteilungsgrenzen arbeiten. Sie benötigen die Fähigkeit, komplexe Probleme analysieren, geschickte Partnerschaften erkennen und die Werte einer Zusammenarbeit mit den Augen des Andern sehen zu können. Sie sind in der Lage, mit Kunden, Geschäftspartnern, Mitbewerbern und anderen Interessenvertretern zusammen zu arbeiten, Gemeinsames zu erschaffen, Bestehendes zu verbessern und die komplexen Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft zu lösen.


5. Dynamisch lernen


Führungskräfte im digitalen Zeitalter zeichnen sich durch eine hohe, permanente und gegenseitige Lernbereitschaft aus. Sie erkennen fehlendes Wissen und Fertigkeiten. Erkannte Defizite reduzieren sie rasch indem sie sich gegenseitig unterstützen, voneinander lernen und benötigte Weiterbildungen wie beispielsweise beim IBAW besuchen. Unbekanntes und Vermutetes wird häufig durch sorgfältig geplante und ausgewertete Experimente bekannt oder bestätigt. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse tauschen sie untereinander aus und lernen so erneut voneinander. Dieses dynamische Lernen ist für die Unternehmung und jeden einzelnen eine wichtige Grundvoraussetzung. So behaupten sich Unternehmen erfolgreich auf komplexen und sich schnell verändernden Märkten.


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