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Transformation in vier Phasen

Unternehmen sind ständig in Bewegung – sie wachsen, schrumpfen und unterziehen sich Transformationen. Diese Dynamik ist nichts Neues. Doch neu ist die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der sich Wirtschaft und Gesellschaft radikal verändern.

Doch wer ist eigentlich verantwortlich für eine erfolgreiche Transformation oder den Wandel eines Unternehmens? Und wer trägt dazu bei, dass dieser Wandel gelingt? Aus Sicht des Unternehmens durchläuft eine Transformation immer vier unterschiedliche Phasen.

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Erste Phase - Blindflug

Das Unternehmen hat jahrelang erfolgreich am Markt agiert, mit einer starken Kundenbasis, herausragenden Produkten, optimierten Prozessen und bewährten IT-Lösungen. Die Mitarbeiter nutzen effizient bekannte Büroanwendungen und betreiben einen Online-Shop auf ihrer Website. Das Unternehmen ist überzeugt, dass es bereits ausreichend digitalisiert ist und keine weitere Transformation benötigt.

Zweite Phase - Beobachten und Experimentieren

In der zweiten Phase wird aufmerksam beobachtet und experimentiert. Das Unternehmen analysiert systematisch den Markt - von etablierten bis hin zu potenziellen Mitbewerbern, von kleinen Start-ups bis zu digitalen Giganten. Ideen werden gesammelt, Experimente durchgeführt und Erkenntnisse gewonnen. Das Ziel liegt nicht primär im finanziellen Erfolg, sondern im Sammeln von Erfahrungen und neuem Wissen, das dann unternehmensweit genutzt wird.

Dritte Phase - Konflikte zwischen Tradition und Neuem

In der dritten Phase entstehen Spannungen im Kerngeschäft des Unternehmens. Erfolgreiche Experimente aus Phase zwei sollen nun zu rentablen neuen Geschäftsmodellen ausgebaut werden. Das führt zu ernsten Konflikten, da unterschiedliche Organisationsformen, Unternehmenskulturen, Prozesse und Fähigkeiten benötigt werden. Alte und neue Geschäftsmodelle existieren anfangs nebeneinander, was zu Konflikten führt. Diese Spannungen lösen sich entweder durch eine schrittweise Verschmelzung der Modelle oder indem das neue Geschäftsmodell als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert wird, was eine schnellere Konfliktlösung im traditionellen Kerngeschäft ermöglicht.

Vierte Phase - Etablierung

In der abschliessenden vierten Phase ist das neue Geschäftsmodell fest im Kerngeschäft etabliert. Kultur, Organisationsform, Prozesse und Fähigkeiten sind transformiert. Das Unternehmen ist äusserst agil und lernt kontinuierlich dazu. Es erweitert sein Netzwerk durch externe Kooperationen, richtet sich konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden aus und durchbricht fortwährend traditionelle Grenzen. Das Erkunden neuer Wege und das Experimentieren gehören zum Alltag.

Transformation des Geschäftsmodells

Die digitale Transformation ist ein Phänomen, das sämtliche Branchen betrifft und in kürzester Zeit traditionelle, bislang erfolgreiche Geschäftsmodelle aufzubrechen vermag. Aus diesem Grund wird sie oft als disruptiv beschrieben, was im Kern eine Umwälzung des Bestehenden mit einem potenziell zerstörerischen Einfluss bedeutet. Doch warum erhält die digitale Transformation dieses Etikett der Disruption und wie beeinflusst sie konkret klassische Geschäftsmodelle?

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Weltweite Vernetzung und hohe Marktdynamik

Innovationen wie die Dampfmaschine, der Buchdruck oder die Waschmaschine sind seit langem Teil unseres Fortschritts. Die Konfrontation von Unternehmen mit Wettbewerbern in solchen Entwicklungen ist nichts Neues. Doch die Geschwindigkeit, mit der digitale Technologien sich verbreiten, neue Konkurrenten auf den Markt drängen und die permanente, weltweite Vernetzung von Menschen und Maschinen sind neu.

Digitalisierung oder Bedeutungslosigkeit

Innovationen wie der Buchdruck oder die Dampfmaschine benötigten Jahrhunderte, um sich zu etablieren. Die Akzeptanz der Waschmaschine erfolgte in wenigen Jahrzehnten. Digitale Technologien hingegen fanden blitzschnell ihren Weg. Das iPad wurde in nur fünf Jahren, und Amazon Alexa mit über 30.000 Fähigkeiten sogar in nur zwei Jahren zum festen Bestandteil unseres Alltags. Unternehmen müssen dieses Tempo aufnehmen, sonst sind sie schnell bedeutungslos.

Mehrwert dank digitaler Technologien

Die Integration digitaler Technologien oder die Transformation von Geschäftsmodellen ermöglichen es Unternehmen, ihren Kunden einen deutlich besseren Mehrwert zu bieten als die Konkurrenz. Das kann sich in einem attraktiveren Preis, einer einfacheren Nutzung, personalisierten Lösungen oder benutzerfreundlichen Interaktionen zeigen. Digitale Kundenkanäle, Partnerschaften, Data Science oder innovative Finanzierungsmodelle erhöhen die Wertschöpfung.

Vermittlung von Know-how für die Transformation

Die Transformation stellt für traditionelle Unternehmen eine große Herausforderung dar. Institutionen wie das Institut für berufliche Aus- und Weiterbildung (IBAW), das sich der Stärkung des Wirtschaftsstandorts Schweiz verpflichtet hat, bieten Unterstützung. Als Mitgründer der Bildungsallianz mit Microsoft verfügt es über notwendiges Know-how und wertvolle Erfahrungen. Ein Beirat aus Mitgliedern bekannter Schweizer Firmen unterstützt das Institut. Es bietet Studiengänge und Seminare in Bereichen wie Coding & Data Science, Wirtschaftsinformatik, Digital Collaboration, SAFe, Agile Coaching oder Projektmanagement an. Unternehmen und Einzelpersonen können damit gezielt die erforderlichen Fähigkeiten für die digitale Transformation erwerben und so einen entscheidenden Beitrag für eine erfolgreiche unternehmerische Zukunft leisten.

Wer ist verantwortlich für die Transformation?

Jeder Mitarbeiter, die Geschäftsleitung, der Verwaltungsrat und die Aktionäre eines Unternehmens tragen eine unübertragbare Verantwortung für den Erfolg der Transformation. Diese Verantwortung kann nicht delegiert werden. Neben dieser Klarheit bedarf es ausreichender Ressourcen, digitaler Werkzeuge und Mitarbeiter mit den passenden Fähigkeiten, um Veränderungen aktiv anzugehen. Dies erfordert eine konsequente Priorisierung von Ressourcen, Vertrauen, intelligentes Handeln sowie klare Unterstützung und Leitlinien von den Entscheidungsträgern. Erst dann sind die Voraussetzungen gegeben, um Prozesse, Services, die Organisationsstruktur, das Geschäftsmodell und die Unternehmenskultur erfolgreich zu transformieren und die Werte grundlegend zu verändern. Hierzu wird das volle Engagement jedes Einzelnen benötigt!

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